Hingegeben an
Spiel und Freude, kennt das Kind
weder Raum noch Zeit.
Und im Schauen bin auch ich
nichts als schiere Gegenwart.
Kategorie: Tanka
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Da sein
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Abgehoben
Welchen Aussichtspunkt
wähl ich heute? Im Hotel
einen Fensterplatz?
Hoch auf dem Laternenpfahl?
Oder doch den Wattebausch? -

Endlich flüssig
Fischte ich aus dir,
wehrlos ausgesetzter Strom,
alles Erz, das du,
lichtgekitzelt, silberhell
kichernd förderst, reich wär ich! -

Beschwipst
Festgefügtes Haus!
Wind und Wasser stellen dich
tanzend auf den Kopf.
Keine deiner Wahrheiten,
die nicht hilflos lallend schwankt. -

Fernseher
Was geht ab da vorn?
Bin ich selber doch zu klein,
tauge nicht zum Flug,
seh deshalb von hier aus nichts,
schaue aber zu gern fern! -

Austausch
Blühst du doch so früh,
Tulpenbaum, dass du stets nur
von des Immergrüns
Nadeln ganz pointiert erfährst,
was der Frühling sonst noch zeigt. -

Himmelfahrt
Kleine Welt, du siehst,
alle Segel sind gehisst,
denn mein Sehnsuchtsschiff
überragt dein Erdenrund
und will durch die Lüfte ziehn. -

Hochauflösend
Was zieht sich zurück,
wenn ich nur noch Spiegelung
eines Musters bin?
Fast bis zur Unkenntlichkeit
Antlitz, Tiefe und Kontur. -

Fokus
Ich nähm beides gern
in dasselbe Fadenkreuz!
Aber schau ich nah,
trübt sich meine Aussicht ein,
blick ich fern, verschwimmt mein Grund. -

Arie
Leicht durchschaubar und
von Natur aus auch noch stumm,
dankt das Glas dem Hieb
für den lauten Knacks und die
mysteriöse Partitur.